Dominik Brunner
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir alle wissen, warum Dominik Brunner gestorben ist, ich jedenfalls glaube es zu wissen. Was ich weiß, ist, dass er nicht gestorben ist, weil er versucht hat Kinder auszurauben, denen Ärger oder Prügel angedroht hat, nicht weil er vielleicht ein Dieb war, nein er war auch kein Vergewaltiger, kein Räuber, kein Mörder, kein Betrüger. Dominik Brunner ist gestorben weil er mutig war, weil er Mut in einer besonderen Situation gezeigt hat.
Da gab es Kinder die von jugendlichen Heranwachsenden in einer Münchner S-Bahn bedroht wurden. Dominik Brunner kam diesen Kindern zur Hilfe, hat sich schützen vor sie gestellt. Und da Angriff, wie wir alle wissen, die beste Verteidigung ist, hat er einem der Übeltäter “eine rein gehauen”, so wie Zeugen jetzt vor Gericht aussagen, hat er zuerst geschlagen. Viele mögen dies verurteilen, ich nicht. Auch ich habe ein vergrößertes Herz, auch ich hatte schon Herzflimmern. Ich weiß wie man sich fühlt, wenn man Bedrohung sieht und auch ich hätte zuerst zugeschlagen um diese gewaltbereiten Jugendlichen einzuschüchtern und um das Leben und das Wohl der Kinder und mein eigenes zu schützen. Ich verneige mich vor Dominik Brunner.
Ob die Jugendlichen die jetzt vor Gericht stehen, Herrn Brunner ermordet haben oder nicht, dass ist hier nicht die Frage, denn die kann endlich nur ein Richter entscheiden. Wir alle müssen dafür sorgen, dass es nicht noch mehr solche entarteten Jugendlichen gibt, wir müssen dazu beitragen, dass unsere Kinder auf dem Weg von und zur Schule und in der Freizeit besser geschützt sind und nicht hilflos solchen Vandalen ausgeliefert sind.
Lassen Sie uns alle weiterhin das Ansehen von Dominik Brunner in Ehren halten…
mit freundlichen Grüßen
Ihr Horst K. Berghäuser

Juli 21st, 2010 at 21:34
Nein Herr Berghäuser, Angriff ist eben nicht die beste Verteidigung! Und anderen helfend zur Seite zu springen, muss nicht heißen, in beinah selbstmörderischer Absicht zu handeln.
Was wäre das für eine Welt, wenn jeder prophylaktische Faustschläge ins Gesicht verteilt und blutende Nasen hinterlässt?
Herr Brunner hat leider weit über das Ziel hinausgeschossen, nachdem er sich zu Beginn richtig verhalten hatte. Wir haben unseren “Nationalhelden” zu früh gekürt.
Man brauchte damals dringend einen Helden, um ihn für die politische Debatte zu vereinnahmen, aber jetzt bröckelt der Lack. Der Fall wurde von der Bayerischen Justizministerin als Argument für die Verschärfung des Jugendstrafrechts (Ausdehnung des Srafrahmens, Sicherungsverwahrung) herangezogen. Wenn man die strengen Hierarchien im Justizwesen kennt und davon ausgeht, dass das Ministerium genauestens informiert war, liegt der Schluss nahe, dass die Bevölkerung bewusst belogen wurde, um einer politischen Forderung Nachdruck zu verleihen! Darin liegt der eigentliche Zündstoff. Und 2 Wochen später waren Bundestagswahlen.
PS:
Wie würde wohl Ihrer Meinung nach die Debatte laufen, wenn der Erstschlag des Herrn Brunner schon tödlich gewesen wäre? Auch verrohte, alkoholisierte (oder wie Sie es nennen, entartete) Jugendliche können schwache Herzen haben, wer kann das vor dem Erstschlag schon wissen?
Juli 21st, 2010 at 21:50
Liebe Frau Schwab,
Herr Brunner hat gehandelt als andere nur zugesehen haben, bewusst gehandelt mit dem Wissen, dass er ein schwächeres Herz hat als andere. Zivilcourage nennt man das, andere und schwächere zu beschützen, sich trotz Behinderung einsetzen.
Ich möchte hier doch zu bedenken geben, dass nicht Herr Brunner, die Kinder belästigt hat, nicht er diese Kinder “abziehen”, oder erpressen wollte, sondern dass sich Herr Brunner schützend vor diese Kinder gestellt hat und schützen kann man sich tatsächlich manchmal nur, wenn man den ersten Schlag ausführt, so traurig dass sein mag.
Vor gut 20 min. wurde in den Tagesthemen über die ständig wachsende Gewaltbereitschaft von Jugendlichen berichtet. Hier bei uns in Berlin sieht man eine hilflose Polizei jugendlichen Gewalttätern gegenüber. Wenn wir dies verharmlosen oder uns einreden wollen, die Politik würde dies für die nächsten Wahlen ins Kalkül ziehen, dann sollten wir uns therapeutisch behandeln lassen. Ich halte so etwas für Wahnvorstellungen, oder glauben Sie allen Ernstes, Frau Merkel habe die Wahl gewonnen, weil Herr Brunner gestorben ist?
Mit Verlaub Frau Schwab, da haben Sie übers Ziel hinaus geschossen.
mfg
HKB