Muhammad Ali – Cassius Marcellus Clay Jr.
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Ali,
ich verwende hier mal diese Anrede, obwohl mir persönlich Ihr Geburtsname Cassius Clay besser gefällt.
Sie wurden vom Olympischen Komitee zum Sportler des Jahrhunderts gewählt und für mich sind Sie nicht nur dies, für mich sind Sie der Sportler des Jahrtausends. Für mich sind Sie einfach der beste Boxer aller Zeiten. Ich durfte nachts mit meinem Vater all Ihre Kämpfe im Fernsehen sehen und bin seitdem ein begeisterter Boxfan, allerdings nur vor dem Bildschirm, im wahren Leben bin ich dazu leider zu feige. Vor einigen Jahren durfte ich persönlich in Ihrer Nähe sein und ich war sehr stolz (warum auch immer) darüber. Sie besuchten einen Boxkampf Ihrer Tochter Laila in Berlin in der Max Schmeling Halle, es war im Dezember des Jahres 2005 oder 2006.
Vor 70 Jahren wurden Sie im öden Louisville im US Bundesstaat Kentucky geboren. Da ist wirklich nix. Ich habe diese Gegend einmal besucht, weil mein Schwiegervater in der Nähe lebte. Eine öde Leere mitten im Nichts. Unweit von Fort Knox und auf Google Earth so verschleiert dargestellt, dass man nichts erkennen kann.
Sie wurden in ein Amerika hineingeboren, dass in Schwarz und Weiß geteilt war. Und es brauchte einige Jahre, bis die Amerikaner begriffen, was sie dort tun. Sie Herr Ali haben viel dazu beigetragen, dass Amerika begriffen hat, dass nicht die Hautfarbe eines Menschen über dessen Qualität entscheidet.
Sie sagten öffentlich: „Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen, nur um die Vorherrschaft weißer Sklavenherren über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen.“). Das bekannte Zitat „Kein Vietcong nannte mich jemals Nigger“ wurde ihm jedoch fälschlicherweise zugeschrieben. Ali wurde wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000 US-Dollar Strafe verurteilt, blieb aber gegen Kaution auf freiem Fuß.
Auch ist mir noch der „Rumble in the Jungle“ (1974) in Erinnerung und auch das wunderbare Lied, dass über diesen Kampf entstanden ist.
Es gibt Eines was ich nicht verstehe, aber akzeptiere: Warum Sie zum Islam konvertiert sind. Sie sagten zwar damals, dass Sie Ihren “Sklavennamen” niederlegen wollten, aber das erscheint mir unsinnig. Denn Ihre Eltern haben Sie bewusst nach dem Politiker und Gegner der Sklaverei Cassius Marcellus Clay, benannt.
Ich wünsche Ihnen diese Woche einen wunderbaren 70. Geburtstag, auch wenn Sie jetzt an Parkinson leiden, dafür ist Ihr Geist noch hellwach. Herzlichen Glückwunsch.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Horst K. Berghäuser



